Eine einseitig drehbare Lünette ist eine Drehlünette, die sich nur in eine Richtung drehen lässt – gegen den Uhrzeigersinn. Sie ist der Standard-Lünettentyp bei Taucheruhren und dient dort als sicherheitsrelevante Vorrichtung zur Zeitmessung. Wird die Nullmarkierung zu Beginn eines Tauchgangs auf den Minutenzeiger ausgerichtet, kann der Taucher die verstrichene Zeit direkt an der Lünette ablesen. Die ausschliessliche Drehbarkeit gegen den Uhrzeigersinn ist ein bewusstes Sicherheitsmerkmal: Wird die Lünette während eines Tauchgangs versehentlich verstellt, kann sie sich nur so drehen, dass eine längere verstrichene Zeit angezeigt wird – niemals eine kürzere. Eine kürzere Zeitanzeige würde fälschlich einen grösseren verbleibenden Luftvorrat suggerieren, als tatsächlich vorhanden ist.
Bei Replika-Uhren wird die Qualität einer einseitig drehbaren Lünette anhand von drei Kriterien beurteilt: Rastverhalten, Ausrichtung und Qualität der Einlage. Die Lünette sollte sich gegen den Uhrzeigersinn mit klar definierten, gleichmässigen Rastschritten bei jedem Minutenschritt drehen lassen – üblicherweise mit 120 Rastschritten pro vollständiger Umdrehung. Bei normaler Handhabung darf sie sich auch unter Krafteinwirkung nicht im Uhrzeigersinn drehen lassen. Bei hohen Qualitätsstufen ist die Rastung fest und gleichmässig, die Nullmarkierung stimmt exakt mit ihrer Referenzposition überein und das Material der Einlage entspricht der Referenzspezifikation. Bei niedrigeren Qualitätsstufen sind weiche Rastungen, Spiel im Uhrzeigersinn und falsch ausgerichtete Einlagen häufige Mängel.
In der Praxis
- Eine gleichmässige Rastung ist der wichtigste Indikator für die funktionale Qualität. Jeder Rastschritt sollte dieselbe Drehkraft erfordern und dieselbe fühlbare Rückmeldung geben wie der vorherige. Eine Lünette, die während der ersten Vierteldrehung fest einrastet und danach lockerer wird oder deren Rastschritte sich teils weich und teils fest anfühlen, deutet auf eine ungleichmässig arbeitende Rastfeder oder eine uneinheitliche Rastgeometrie hin.
- Spiel im Uhrzeigersinn ist ein Funktionsmangel. Eine einseitig drehbare Lünette, die sich unter Fingerdruck auch nur geringfügig im Uhrzeigersinn drehen lässt, erfüllt die Sicherheitsanforderung dieser Konstruktion nicht. Das lässt sich anhand von Fotos der Qualitätskontrolle (QC) nicht beurteilen – fordern Sie ein Video an, das die Betätigung der Lünette in beide Drehrichtungen zeigt, wenn Rastverhalten und zuverlässige Drehrichtungssperre wichtig sind.
- Die Ausrichtung der Nullmarkierung an der 12-Uhr-Position ist das am deutlichsten sichtbare Qualitätsmerkmal auf QC-Fotos. Das Dreieck oder der Leuchtpunkt bei null sollte direkt über der 12-Uhr-Position des Zifferblatts sitzen – nicht nach links oder rechts verdreht. Selbst eine geringe Fehlstellung ist sofort sichtbar und lässt sich ohne Demontage nicht korrigieren.
- Das Material der Einlage – Keramik, Aluminium oder Stahl – bestimmt das langfristige Verschleissverhalten. Eine Keramikeinlage ist kratzbeständig; eine Aluminiumeinlage bekommt leicht Gebrauchsspuren, ist aber leichter. Die Einlage sollte bündig im Lünettenträger sitzen, ohne Spalten, abgehobene Stellen oder Bewegung unabhängig vom Lünettenkörper.
- Die Füllung des Leuchtpunkts an der Nullmarkierung ist ein Qualitätsmerkmal im Detail. Die Leuchtmasse sollte gleichmässig eingefüllt sein, bündig mit der Oberfläche der Einlage abschliessen und an den Rändern weder Risse noch Ablösungen aufweisen. Ein unzureichend gefüllter Leuchtpunkt oder Blasen in der Füllung sind auf jeder QC-Nahaufnahme der Lünette sichtbar.
Verwandte Begriffe
Lünette · Beidseitig drehbare Lünette · Keramiklünette · Feststehende Lünette · Wasserdichtigkeit · ISO 6425
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Eine vollständige Übersicht über Lünettentypen, Materialien und die Beurteilung der Lünettenqualität anhand von QC-Fotos finden Sie hier: Ratgeber zu Lünetten von Replika-Uhren